1. Interkultureller Dialog zum Thema jüdische Kultur

Die Präsidentschaft von Andrea Rockstein-Ahrens steht unter dem Motto „Interkultureller Dialog – Lust auf Zukunft“. Geplant sind drei Schwerpunktclubabende zur jüdischen, arabischen und westlichen Kultur. Die Auftaktveranstaltung fand im Mai zur jüdischen Kultur statt. Als Gastrednerin durften wir Svetlana Kundish, die Kantorin der jüdischen Gemeinde Braunschweig, begrüßen. Bei einem sehr informativen und unterhaltsamen Abend brachte sie uns interessante Einblicke.

Von der Kindheit bis zum Studium zog die Familie von Weißrussland, über die Ukraine nach Israel. Während die Familie die jüdische Religion in der Ukraine nur in den eigenen vier Wänden leben konnte, war die Religion in Israel stetig präsent. Weitere Stationen führten Frau Kundish zum Studium über Wien nach Weimar, auf welchen sich der Drang die jüdische Kultur intensiv zu erforschen entwickelte und immer stärker wurde.

Durch eine wegweisende Begegnung in Weimar offenbarten sich Frau Kundish die unterschiedlichen Möglichkeiten von Frauen in der jüdischen Religion sowie Gemeinde, wie der Ausbildung zur Kantorin. Kantoren üben ihre Tätigkeit je nach Gemeinde als Vorbeter in der Synagoge aus, bereiten die Kinder auf die Barmizwa vor und wählen die Lieder für die Gottesdienste aus. Von Kindheit an waren jiddische Lieder in der Familie ein fester Bestandteil, die Musik eine Herzensangelegenheit. So begann sie die Kantorenausbildung an der einigen in Europa befindlichen Kantorenschule in Berlin.

Der Anteil weiblicher Kantoren am 5 jährigen Ausbildungsgang ist noch gering. In ganz Deutschland sind mehrere Kantorinnen und Rabbinerinnen tätig mit steigender Tendenz.

Im Rahmen unseres Interkulturellen Dialoges waren wir schon sehr gespannt auf den „israelischen Abend“ bei unserer Clubschwester Naomi. Neben selbst gemachten israelischen Genüssen von leckeren Farfalle über Humus bis hin zu „Date and Nuts“ bekamen wir viele kulinarische und kulturelle Fragen beantwortet und bekamen Geschmack auf mehr.

 

Auf den Interkulturellen Dialog ließen wir uns bei einer Lesung in der Buchhandlung Graff einstimmen, bei welcher unser SI Club erstmalig Kooperationspartner war. Ronen Steinke laß aus seinem Buch "Der Muslim und die Jüdin" vor und beantwortete anschließend die vielen Fragen des interessiert zuhörenden Publikums. 

Wir freuen uns schon auf den nächsten Interkulturellen Dialog zur arabischen Kultur, der uns zusammen mit der jüdischen Kultur unser langjähriges Projekt „Ein Bustan“ noch näher bringt. Im jüdisch-arabischen Waldorfkindergarten aus Kiryat Tivon, lernen jüdische und arabische Kinder gemeinsam mit und voneinander.

Im Mai 2018

Silke Herrmann

Frauenrechte - ein langer Weg

Frau Prof. Dr. iur. Dahm lehrt Recht an der Fakultät Soziale Arbeit und Gesundheit der HAWK Hochschule Hildesheim/Holzminden/Göttingen in Hildesheim in den Studiengängen der Sozialen Arbeit sowie der Kindheitspädagogik.

Sie ist mittlerweile Mitglied unseres SI Clubs Braunschweig und hielt im November 2017 einen Vortrag über das Thema „Frauenrechte – ein langer Weg“.

Die Frauenrechte haben ihre Basis in den Menschenrechten. Konsequenzen hieraus ergeben sich für das Verfassungsrecht und für alle anderen Rechtsgebiete, z.B. dem Arbeitsrecht.

Die Entwicklung der Menschenrechte reicht geistesgeschichtlich sehr weit zurück, bezog sich aber lange Zeit grundsätzlich nur auf Männer.

Schon Platon philosophierte darüber, dass alle Menschen gleich sind. Im antiken Rom wurde ebenfalls die natürliche Gleichheit der Menschen vertreten, wobei diese Gleichheitsidee natürlich nur für Römer, nicht dagegen für Frauen, Nichtrömer oder Sklaven gelten sollte.

Für das Christentum war der zentrale Ausgangspunkt die Gottesebenbildlichkeit des Menschen. Wenn der Mensch nach Gottes Ebenbild erschaffen wurde, trägt er auch eine unveräußerliche („göttliche“) Würde in sich, die mit unveräußerlichen Rechten korrespondiert.

Die Philosophen der Aufklärung entwickelten Ideen von den Menschenrechten, die sich von den kirchlichen Lehren lösten.

In Amerika wurde in der Unabhängigkeitserklärung von 1776 darauf Bezug genommen, „dass alle Menschen gleich erschaffen worden, dass sie von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten begabt worden,…“ sind.

In Frankreich erfolgte im Revolutionsjahr 1789 die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte. Nach der Hinrichtung der „Frauenrechtlerin“ Olympe de Gouges wurde jedoch klargestellt, dass sich diese Freiheits- und Menschenrechte nur auf Männer bezogen.

Deshalb mussten die Frauen in den folgenden Jahrzehnten bzw. Jahrhunderten bis heute in allen Ländern um die Anerkennung ihrer Rechte kämpfen.

Weltweit wurden formal die Frauen zwar schon in die UN-Menschenrechtskonvention aus dem Jahr 1948 einbezogen, allerdings wurde erst im Jahr 1979 in der UN-Frauenrechtskonvention nochmals klargestellt, dass jede Form der Diskriminierung von Frauen beseitigt werden soll.

Auch in Deutschland musste ein langer Weg zurückgelegt werden, bis die Frauenrechte zur Geltung kamen. Zwar können wir im Jahr 2018 auf 100 Jahre Frauenwahlrecht zurückblicken. Jedoch liegt Deutschland heute - trotz einer Regierungschefin – mit einem Frauenanteil im Deutschen Bundestag von aktuell 31% im internationalen Mittelfeld.

Von den „vier Müttern des Grundgesetzes“ hatte sich in den Jahren 1948/49 insbesondere Frau Dr. Elisabeth Selbert (SPD) im Parlamentarischen Rat dafür eingesetzt, dass die uneingeschränkte Gleichberechtigung von Frauen und Männern ins Grundgesetz aufgenommen werden sollte. Nachdem sie zunächst mit diesem Vorschlag an der Mehrheit der Männer des Parlamentarischen Rats gescheitert war, hatte sie, zusammen mit den anderen „Müttern des Grundgesetzes“ Friederike Nadig (SPD), Helene Weber (CDU) und Helene Wessel (Zentrumspartei), überparteiliche und sehr geschickte Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit geleistet, bis schließlich doch der so kurze wie eindeutige Satz „Männer und Frauen sind gleichberechtigt.“ (Art. 3 Abs. 2 GG) im Grundgesetz verankert wurde.

Abschließend wurde noch beispielhaft ein Blick auf die Entwicklung der Frauenrechte im Arbeitsrecht geworfen. Um 1900 konnte der Ehemann noch das Arbeitsverhältnis seiner Ehefrau kündigen, wenn er vom Vormundschaftsgericht dazu ermächtigt worden war. Eine solche Ermächtigung wurde bei einer Beeinträchtigung der „ehelichen Interessen“ erteilt, da der Platz der Ehefrau in der Familie gesehen wurde. Seit dem „Gleichberechtigungsgesetz“ von 1958, in dem dieses Kündigungsrecht des Mannes abgeschafft wurde, konnten die Frauenrechte im Arbeitsrecht in verschiedenen „Modernisierungsschüben“ bis hin zum aktuellen Entgelttransparenzgesetz aus dem Jahr 2017 verbessert werden. Viele Initiativen kamen dabei aus „Europa“ (EWG/EG/EU).

Zwar werden häufig Gesetze, wie beispielsweise das Entgelttransparenzgesetz, als unzureichend kritisiert. Es bestand jedoch Einigkeit zwischen Frau Prof. Dr. Dahm und den anwesenden Frauen des SI Clubs Braunschweig, dass es besser sei, in kleinen, als in gar keinen Schritten voranzukommen, denn es bleibt die Erkenntnis: „Frauenrechte -  ein langer Weg“.

S. Herrmann / Prof. Dr. S. Dahm

Die Tuareg

Im September brachte uns Frau Heike Miethe-Sommer die Lebensart und Lebensumstände des Volkes der Tuareg anschaulich näher. Die Tuaregs zählen zur Stammesfamilie der Berber. Sie sind freiheitsliebend und tendenziell liberal. Die Frauen leben unverschleiert. Zwangsverheiratung gibt es nicht.

 

Jede Tuareg-Familie bewohnt ein eigenes Familienzelt. Die Jungen bleiben bis zur Pubertät im Familienheim. Mit der Pubertät werden die Jungen zu Männern und des Familienzeltes verwiesen mit der Herausforderung eine eigene Familie zu gründen und/oder Karawanen zu begleiten.

 

Die Haupttätigkeit der Männer umfasst die Karawanen-Touren mit Kamelen durch die Sahara, um das lebensnotwendige Salz einzutauschen. Die Frauen widmen sich vorwiegend dem Halten von Ziegen und Handarbeiten. Frau Sommer zeigte uns eine Reihe von solchen Handarbeiten wie geflochtenen Körben unterschiedlicher Art und Größe sowie von den Tuareg selbst gefertigten Schmuck und Kleidung.

 

Frau Miethe-Sommer zeigte auch die Problematik einer zielgerichteten Entwicklungshilfe auf: Nomadisch lebende Volksgruppen wechseln ihren Sitz zusammen mit den Kamelen, die sich nur im Sand gut fortbewegen können. Die Gelder der Entwicklungshilfe werden oftmals in den Straßenbau investiert, der vorwiegend vom Militär genutzt wird.

 

Die Bildung wird ebenfalls erschwert. Die Tuareg erhielten von der Regierung die Erlaubnis, Schulen gründen zu dürfen. Dies beinhaltete nur das Recht zum Bau einer Schule. Geldmittel und Ausstattung wurden nicht gefördert. Hierfür benötigen die Tuareg Hilfe. Hierfür startet Frau Miehte-Sommer z.B. in ihrer Schule eine erfolgreiche Sammelaktion, aus deren Erlös Schulbücher in Tuareg-Sprache angeschafft werden konnten. Dies ist bewundernswerte zielgerichtete direkte Hilfe.

 

 

Im September 2017

Silke Herrmann

Gemeinsamer Clubabend beim SI Club Wolfsburg

Am 21.06.2017 durften wir zu Gast sein beim SI Club Wolfsburg zu einem gemeinsamen Clubabend. Der Clubabend stand unter dem Motto der 61. UN-Frauenrechtskonferenz. Zu diesem Thema hielt unsere Clubschwester Andrea Rockstein-Ahrens als Teilnehmerin der UN-Konferenz und damit „Insiderin“ den Vortrag des Abends. Sie zeigte eindrucksvoll die Strukturen und Gremien der UN auf, die Vertretungen von Soroptimist International sowie die diesjährigen Vertreterinnen von Soroptimist Deutschland. Dem spannenden Informationsteil folgte ein anregender Austausch über die aktuellen Projekte und Veranstaltungen.

von Silke Herrmann

 

 

Besuch von Kim Winkler

Kim Winkler vom Staatstheater Braunschweig berichtete im Mai 2017 über ihre Tätigkeit als technische Leiterin des Kleinen Hauses sowie über die Stationen in ihrem bisherigen Arbeitsleben. Die gebürtige Wolfsburgerin war bisher in Augsburg, Groß-Gerau, Darmstadt (Staatstheater), Frankfurt (TAT Theater am Turm), Berlin (Studium Freie Kunst), Offenbach/Rüsselsheim, New York (Künstlerische Tätigkeit und Studium), Bad Gandersheim (Domfestspiele) und Braunschweig (Staatstheater und HBK) tätig.

 

Nach dem Beginn eines Chemie-Studiums merkte sie schnell, dass diese Richtung nicht von Dauer sein würde. Die Faszination des Theaters packte sie recht früh und der Ruf, in diesem tätig zu werden, wurde immer lauter. Sie brach das Studium ab und absolvierte ein Praktikum im Theater. Nach mehreren Tätigkeiten im Theater ohne richtige Ausbildung, arbeitete sie als Bühnenbildnerin weiter. Um eine abgeschlossene Ausbildung zu haben, studierte sie in Berlin Theater- und Veranstaltungstechnik. Ihre Diplomarbeit war die Umgestaltung der Mehrzweckhalle Bremerhaven zu einem Theater (Theater am Fischereihafen). Nach etlichen Jahren musste etwas Neues, ergänzendes her: ein Kunststudium in New York! Gedacht, getan. Die künstlerische Arbeit mündete bereits in Ausstellungen in New York und Paris. Zu sehen sind die Werke zum Teil auch unter: www.kimwinkler.com

von Silke Herrmann


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